Krankenhäuser müssen Gehörlosen einen Gebärdendolmetscher stellen oder bezahlen.

Denn mit den üblich abzurechnenden Pauschalen sind die Dolmetscherkosten abgegolten, entschied jetzt das Sozialgericht Hamburg (Az.: S 48 KR 1082/14 ZVW). Im Streitfall war eine 73-jährige gehörlose Frau 2010 in einer Hamburger Klinik operiert worden. Bereits während der Voruntersuchungen hatte die Klinik mit einer Gebärdendolmetscherin mehrere Termine abgesprochen, um Befunderhebung, Aufklärung und Nachsorge zu begleiten. In ihrer Abrechnung gab die Klinik als Nebendiagnose "Taubstummheit" an. Insgesamt stellte sie der Kasse 3668 Euro in Rechnung. Doch zuständig für die Kosten ist die Klinik, urteilte nun das SG Hamburg. Soweit ein Gebärdendolmetscher für die Behandlung notwendig ist, handele es sich um eine "allgemeine Krankenhausleistung".

 Quelle: Gesundheitspolitischer Brief, 18. KW 2017

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